Stürmische Tage

15Nov2018

So jetzt melde ich mich auch mal wieder. Hinter mir liegen ein paar aufregende Reisen und vorallem stürmische Tage, an denen das Internet nicht immer so wirklich funktioniert hat.

 

Zum einen hatten wir die Reise mit Hamburg, wo mich meine Mama besucht hat.  Wir hatten fast 900 deutsch Gäste an Bord, aber zum Glück waren wir ja drei Hostessen. Eine ist dann in Southampton ausgestiegen und ich bin zur leitenden Hostess geworden, obwohl die andere ja schon viel länger als ich an Bord war. Nur ich habe scheinbar meine Arbeit besser gemacht. Von Southampton an hatten wir immernoch knapp 400 Gäste, was viel Arbeit war. Ich habe jeden Mittga die obligatorische Mittgasdurchsage des Kapitäns auf Deutsch gemacht, was mir großen Spaß gemacht hat. Außerdem läuft morgens im Kabinenfernsehen immer die Show “Good Morning Queen Mary 2 “, wo unsere Entertainment Managerin immer erzählt, was den Tag über so passiert. Das habe ich auch gemacht für unsere deutschen Gäste und auch das hat mir großen Spaß gemacht. Ich wurde viel von deutschen Gästen darauf angesprochen und auch von den englischen Gästen, weil sie fanden, dass ich immer so nett aussehe und es schade ist, dass sie mich nicht verstehen. Da habe ich mich ja fast wie ein kleiner Star gefühlt. Wir hatten auch noch Gastlektoren an Bord, unter anderem Bernhard Hoecker, den der ein oder andere vielleicht aus dem Fernsehen, vor Allem aus Comedyshows kennt. Er war mit seinem guten Freund Tommy Krappweis da, der Regisseur ist und einige Bücher und Hörbücher geschrieben hat. Tommy Krappweis war auch einmal mit bei mir in der Guten-Morgen-Sendung und war völlig baff, als ich ihm erzählt habe, dass ich mir immer so 10 Minuten vor dem Aufnehmen das Tagesprogramm ausdrucke und mir das kurz ansehe und dann einfach improvisiere. Einige Gäste haben sogar gefragt, ob ich von einem Teleprompter ablesen würde. Er meinte, dass das auf jeden Fall nicht jeder einfach so kann und dass er das sehr bemerkenswert fände. Dass ich das so kann, kommt glaube ich vor Allem von meiner Arbeit im Museum. Dafür habe ich ja viele Führungen gelernt und durfte sie ja nicht vergessen und wenn ich doch mal was vergessen habe, dann habe ich eben improvisiert. Da lebe ich so nach dem Motto “Sicheres Auftreten bei absoluter Ahnungslosigkeit.”

 

Außerdem hatten wir in Southampton Anfang November ein Flottentreffen mit der Queen Elizabeth. Dort arbeitet Lena als deutsche Hostess. Sie hat mit mir zusammen in Bremerhaven studiert. Wir haben dann sogar kurz Zeit gehabt, uns zu sehen und das war echt schön. Seit dem 1. November bin ich außerdem alleine, da auch die andere Hostess nun Urlaub hat. Das ist zwar durchaus anstrengend, zumal ich letzte Reise 70 Gäste hatte, aber es ist auch gut, weil ich so noch besser alle Abläufe lerne, weil ich ja alles alleine machen muss. Wir hatten dann noch eine Kurzreise von Southampton nach Southampton mit einer Übernachtung in Zeebrügge. Auf dieser Reise hatte ich sage und schreibe vier deutschsprachige Gäste. Allerdings hatte ich am zweiten Tag in Zeebrügge eine deutschsprachige Reisegruppe an Bord, denen ich das Schiff gezeigt habe. Auch das hatte ich vorher noch nie gemacht, aber es war ein sehr lustiger Vormittag und die Gruppe war sehr nett.

 

Bei der letzten Reise nach New York sowie auf dieser Reise nach Southampton fahren wir durch einen Sturm. 9 Meter hohe Wellen hatten wir und Windstärke 10. Am ersten Tag, als es schlimmer wurde, musste ich auf die Brücke, da ich auf dieser Reise die Mittagsdurchsage auf Deutsch gemacht habe (das machen wir ab 70 Gästen und ich hatte ja 70 Gäste). Außerdem hatten wir an dem Tag auch noch eine Rettungsübung für die Besatzung wo ich dann auch die Durchsagen auf Deutsch gemacht habe. Da die Brücke auf Deck 12 liegt und auch noch vorne im Schiff hat es dort wahnsinnig geschaukelt und mir war leider auch wahnsinnig schlecht. Eigentlich soll man ja auf den Horizont sehen, damit es einem wieder besser geht, aber es hat so sehr auf- und abgeschaukelt, es war überhaupt nicht möglich, den Horizont zu fokussieren. Dann haben sie mir greaten, nicht nach draußen zu sehen, aber auch das gestaltete sich ziemlich schwierig, da die Brücke quasi nur aus Fenstern besteht. Am nächsten Tag, wo es dann noch schlimmer war, ging es mir aber wiedererwartend blendend. Darüber war ich allerdings äußerst froh. Dass es mir am vorherigen Tag nicht so gut ging, könnte eventuell daran gelgen haben, dass ich morgens um 6.30Uhr von meinem Pager geweckt wurde und ins Medical Centre musste, weil dort ein deutscher Gast war. Dadurch war ich lange wach ohne was zu essen und was immer gut ist bei Seegang, ist etwas im Magen zu haben.

 

Außerdem ist mir auf dieser Reise etwas passiert, worüber ich mich zum Einen sehr gefreut habe, zum Anderen war es allerding auch ein wenig merkwürdig. Nachdem ich am vorletzten Tag nach meiner Mittagsdurchsage von der Brücke gegangen bin, Warteten bei den Aufzügen zwei Gäste ganz freudig auf mich. Es handelte sich allerdings nicht um deutschsprachige Gäste, sondern englischsprachige. Sie erzählten mir, dass meine Mittagsdurchsage immer das Highlight ihres Tages wäre, obwohl sie nichts verstehen was ich sage, aber sie finden meine Stimme so angenehm und meinten, ich wäre wie eine deutschsprachige Siri (Sprachcomputer auf Apple Geräten). Dann wollten Sie beide jeweils ein Foto mit mir machen und waren ganz glücklich und erzählten, dass ich jeden Abend ihr Gesprächsthema beim Abendessen sei. Außerdem meinten sie dann noch, dass mir das doch sicherlich ständig passiert und waren ganz ungläubig, als ich gesagt habe, dass mir das noch nie passiert ist. Wie gesagt, ich habe mich sehr darüber gefreut, aber ein kleines bisschen merkwürdig war es dann doch irgendwie auch.

 

In New York bin ich dann endlich das erste Mal vom Schiff gegangen. Das war ganz wunderbar. Mit Zoe (eine meiner Kolleginnen vom Entertainment Team) bin ich zu Panda Express gegangen, einer doch sehr amerikanischen, aber eigentlich chinesischen Fast Food Kette. Da es aber Zoes Lieblingsrestaurant ist, bin ich mit ihr dorthin gegangen. Danach waren wir noch ein wenig shoppen, u.a. bei Sephora. Das gibt es mittlerweile auch in Deutschland und ist vergleichbar mit unserem Douglas. Allerdings gibt es bei Sephora in Amerika ganz andere Marken und viel mehr Auswahl und wer mich kennt, weiß ja mittlerweile, dass ich ein kleines Faible für Schminke habe, von daher habe ich gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd, als wir den Laden verlassen haben, zumal ich auch noch 20% Rabatt bekommen habe.

 

Auf dieser Reise habe ich nur 49 deutschsprachige Gäste, also wenig los. Trotzdem habe ich natürlich meine täglichen Aufgaben zu erledigen, wie z.B. das Tagesprogramm und die Menüs der Restaurants zu übersetzen. Trotz der wenigen deutschsprachigen Gäste ist immer viel los an Bord. Gestern Nacht ging um halb vier der Alarm im Schiff los und es gab ein Feuer im Incinerator Room, das ist der Raum in dem der Müll verbrannt oder zerkleinert wird. Das Feuer war aber zum Glück schnell gelöscht und ich konnte beruhigt weiterschlafen. Außerdem habe ich gestern erfahren, dass ich am Sonntag in Southampton eine neue Kollegin bekomme, die noch nie an Bord war und der ich dann alles zeigen soll. In Southampton geht außerdem meine Zimmernachbarin von Bord und jemand neues wird dann mit in meine Kabine kommen. Das heißt, ich habe dann die Kabine leider nicht mehr wie jetzt für mich alleine. Aber vielleicht findet meine neue Kabinenpartnerin ja schnell einen Freund, bei dem sie dann immer schläft oder ich finde jemanden, könnte ja durchaus auch noch passieren.

 

Abgesehen von der stürmischen See geht es mir aber sehr gut an Bord, was man wohl auch daran merkt, dass die Häufigkeit meiner Beiträge weniger geworden ist.

FOTOS!

14Okt2018

Da ich gerade in Southampton bin, habe ich die Chance genutzt, mir Wlan zu suchen, damit ich hier mal ein parr Bilder hochladen kann. Leider regnet es in Strömen und deswegen sitze ich jetzt hier klatschnass in einem Restaurant und esse Pancakes.

 

Der Tag meiner Abreise

 

Nachfolgend ein paar Bilder von Kanada 

     

und noch ein Weiteres von unserem Ablegen in New York. Es sieht sehr nebelig aus, tatsächlich waren aber 29 Grad an dem Tag.

1. Transtlantikpassage

09Okt2018

Eigentlich wollte ich schon vor ein paar Tagen einen neuen Eintrag hochgeladen haben, aber irgendwie hat mir dann doch die Zeit gefehlt und einmal bin ich einfach eingeschlafen.

 

1.10. Am letzten Tag in Kanada war ja noch der Crewausflug und das war ein ganz tolles Erlebnis. Wir sind mit einem Bus zuerst zu einem See gefahren. Dort gab es ein Skigebiet, mit Skipisten und Hotels und Ferienhäusern und auf dem See kann man im Winter auch Schlittschuh laufen und im Sommer Kajak fahren oder Schwimmen. Der See war wirklich schön und hat mich an den Weißensee in Österreich erinnert, wo ich mit meiner Familie öfter mal zum Ski fahren war. Allerdings ist der See kleiner und nur 20 Minuten von Quebec entfernt, was wirklich praktisch ist, wenn man mal einen Tag nicht Ski fahren möchte. Es gab richtig tolle Ferienhäuser rund um den See und dadurch, dass Herbst ist und es im Norden der USA und Kanada den „Indian Summer“ gibt (ganz einfach erklärt sind das einfach nur die farbigen Blätter der Bäume, wie man es aus Deutschland auch kennt), sah es am See richtig toll aus.

Danach ging es weiter zu einem Sugar Shack. Dort wird Ahornsirup produziert. Es gab erst warmen Apfelkuchen mit Ahornsirup und dann haben wir noch eine Erklärung bekommen, wie Ahornsirup hergestellt wird und durften uns noch im Shop umsehen. Wir durften auch Maple Butter probieren, das ist ein Brotaufstrich quasi wie Nutella nur aus Ahornsirup (engl. Maple syrup) hergestellt. Das ist richtig lecker, da musste ich mir ein kleines Glas von kaufen. Außerdem durften wir auch noch Maple Taffy probieren. Dazu wird eine Regenrinne mit Eis gefüllt und in kleine Kuhlen wird der Ahornsirup geschüttet und ein Stiel wird reingesteckt und dann hat man den klebrigen Ahornsirup am Stil. Sehr süß, aber ich fand es auch sehr lecker. Weiter ging es dann noch zu einem Wasserfall, der wohl sehr bekannt ist in Quebec, aber ich habe den Namen schon wieder vergessen. Auf jeden Fall war es auch dort sehr schön, aber zurück beim Schiff war ich echt kaputt von so viel frischer Luft auf einmal.

 

2.10. Von Quebec ging es weiter nach Saguenay. Das ist ein wirklich kleiner Ort, in dem man eigentlich nichts machen kann und da es an dem Tag auch nur etwa 7 Grad waren, habe ich es vorgezogen abgesehen vom Arbeiten einfach nur einen ausgedehnten Mittagsschlaf zu machen, statt rauszugehen.

 

3.10. Nach Saguenay kamen noch zwei weitere kanadische Häfen, Sydney und Halifax. Bis Sydney war es allerdings ein Stück und deshalb hatten wir erst einmal einen Seetag. Was ich bis dahin nicht wusste: An Seetagen kann man sich als Crewmitglied in der Odeonbar Smoothies machen lassen. Man kann sich aussuchen, was man im Smoothie haben möchte und der Smoothie kostet nur 95!!!! Cent. So günstig werde ich wohl nie wieder Smoothies trinken können. Leider ist die Odenbar im Moment wegen Umbauarbeiten geschlossen und deswegen gibt es leider keine Smoothies, was sehr schade ist, da es auf so einer Atlantiküberquerung doch einige Seetage gibt.

Außerdem hatten wir abends einen weiteren Cocktailempfang, dieses Mal für die Gäste, die die Suiten gebucht haben. Ich stand neben der Hotelmanagerin Jackie und habe die Gäste begrüßt, als ein Gast zu uns kam. Er wollte etwas von Jackie erfragen, sah dann aber mich und sagte zu mir, dass er sich an mich noch vom Tendern (In Rockland) erinnern kann und dass ich das ja ganz wunderbar gemacht hätte und die ganze Zeit so freundlich gewesen wäre und gelächelt hätte. Er hat bestimmt noch dreimal wiederholt wie toll ich das gemacht habe und dabei auch immer wieder Jackie angesehen. Ich freue mich natürlich generell immer sehr, wenn ich positives Feedback von Gästen bekomme, aber wenn dann auch noch die Hotel Managerin neben einem steht, ist es natürlich umso besser.

 

4.10. In Sydney wurde dann endlich mal wieder getendert und dieses Mal lief es glatter ab, als das letzte Mal. Später habe ich mich dann noch mit David, einem der Sportgastgeber unterhalten und wir haben uns zum Tischtennis spielen verabredet. Ich habe schon einige Zeit nicht mehr gespielt, aber als ich dann warm war ging es und ich habe sogar gewonnen. Wir wollen jetzt öfter mal zusammen Tischtennis spielen gehen, nur leider ist ja gerade die Odeonbar, in der die Tischtennisplatte steht, geschlossen.

 

5.10. Am Freitag waren wir dann in unserem letzten kanadischen Hafen, Halifax. Hier wurde Sir Samuel Cunard, der Gründer der Cunard Line geboren. Ich hatte relativ lange frei und war erstmal im Supermarkt, dann bin ich noch ein bisschen durch Halifax spaziert und später habe ich noch Richie und Zoe getroffen, die auch wie ich im Entertainment Department sind und mit den Gästen z.B. Quizze, Karaoke und Shuffleboard machen. Zum Schluss war ich noch im Canadian Museum of Immigration, also Einwanderungsmuseum, da über die Pier 21, an der wir lagen, mal viele Leute nach Kanada eingewandert sind. Da ich ja vorher im Auswandererhaus in Deutschland gearbeitet hatte, fand ich es toll, nun noch mehr über die Einwanderung zu erfahren.

 

6.10. Nach Halifax hatten wir noch einen weiteren Seetag auf dem Weg nach New York und an diesem Tag musste ich zu Anna unserer Human Resource Managerin (=Personalchefin), denn sie wollte ein Foto von mir machen. Es gibt mehrmals im Jahr ein Cunard Magazin und dafür gab es einige Tage zuvor eine Email, wo nach Tipps für die Gäste für einige Reiseziele gefragt wurde. Unter Anderem wurde gefragt, was man auf den Lofoten in Norwegen und in Akureyri in Island machen kann. Da ich dort letztes Jahr mit TUI Cruises war, habe ich eine Email geschrieben und jetzt werden meine Tipps zusammen mit einem Foto von mir in der nächsten Ausgabe des Magazins veröffentlicht. Ich hoffe, ich kann dann auch eine Ausgabe bekommen, denn das möchte ich ja doch gerne sehen.

 

7.10. Die Kanadareise war nun zu Ende und wir waren zurück in New York. Es waren 25 Grad, was uns alle doch irritiert hat, da es die Tage in Kanada ja eher kälter gewesen war. Leider durfte die Crew aus verschiedenen Gründen das Schiff nicht verlassen, außer man war amerikanischer Staatsbürger. Deswegen konnte ich das schöne Wetter und New York leider nur vom Schiff aus genießen. Weil wir nicht von Bord durften, hatte man immerhin eine Burger- und Hotdogstation auf dem offenen Deck für die Crew organisiert. Das war dann doch ganz nett. Außerdem bin ich nun endlich in eine Crewkabine gezogen. Zugegeben, der Komfort in der Gästekabine war auf gar keinen Fall schlecht, aber ich fand es jetzt doch ganz schön, dass ich endlich mal meine Sachen richtig auspacken konnte. Außerdem teile ich mir die Kabine mit einer Tänzerin, die aber nie da ist, da sie bei ihrem Freund schläft und so habe ich quasi eine Kabine alleine.

 

8.10. Der erste Seetag der Atlantiküberquerung ist soweit gut gelaufen. Norma übergibt mir so langsam alles und ich mache viel selbst. Diese Reise haben wir fast 400 deutsche Gäste und auch eine deutsche Gruppe, für die Alida und ich zuständig sind. Gestern Abend gab es Bingo für die Crew, wo ich eigentlich hingehen wollte, da ich gerne Bingo spiele, aber es ging erst um 24 Uhr los und ich bin leider eingeschlafen vorher. Da habe ich mich richtig geärgert.

 

9.10. Auch der zweite Tag verlief soweit ganz gut. Das Wasser war richtig ruhig, nur jetzt schaukelt es doch gerade ein wenig. Noch geht es mir aber gut. Heute morgen hatte ich meinen ersten Schiffsrundgang. Da habe ich mich richtig drauf gefreut, denn ich mache ja gerne Führungen. Außerdem haben wir die britische Schauspielerinn Celia Imrie an Bord, die habe ich heute gesehen. Ich kenne sie aus dem Film Calendar Girls, aber in Star Wars hat sie glaube ich auch mitgespielt. Wir haben heute auch nach die Stelle passiert, an der die Titanic gesunken ist, aber da war ich glaube ich gerade beim Mittagessen. Viel sehen kann man da ja eh nicht.

Hallo Kanada!

30Sept2018

Jetzt ist die erste Woche an Bord tatsächlich schon geschafft. Es war auf jeden Fall eine sehr ereignisreiche Woche und bis jetzt gefällt es mir hier auch noch ganz gut.

24.09. Alles, was ich brauchte, habe ich dann endlich bekommen, damit ich auch in Uniform zur Arbeit gehen konnte. Wenn wir keinen Wechseltag haben, also der Tag, an dem neue Gäste kommen und die alten gehen, tragen wir ein dunkelblaues Poloshirt mit einem grauen Rock, oder wer hat mit einer schwarzen Hose. Da ich kein großer Fan von Kleidern und Röcken bin, habe ich selbstverständlich Hosen mitgebracht. Sollte es die Internetverbindung zulassen, werde ich auch mal ein Foto hochladen. Abends ab 18 Uhr trage ich dann meine private Kleidung. An diesem Tag war Black and White Ball, das heißt Abendkleid und Smoking, am besten in schwarz oder weiß. Auf dem Dienstplan hatte ich abends meinen ersten Cocktailempfang. Dieser findet zweimal statt, einmal für die Gäste der späten Essenzeit und auch für die frühen. Hier bei Cunard ist alles noch richtig traditionell wie man das so von der Titanic o.ä. kennt. Deshalb gibt es abends im Hauptrestaurant auch zwei Essenszeiten. Bei dem Cocktail waren auch alle Offiziere und der Kapitän anwesend.

25.09. Unser erster Stop im Hafen von Rockland, Maine in den USA. Wir mussten tendern, d.h. das Schiff kann nicht direkt im Hafen anlegen, weil z.B. die Pier zu kurz ist, sondern liegt vor dem Hafen auf Reede und die Gäste werden mit Tenderbooten, die im Notfall als Rettungsboote fungieren, an Land gebracht. Ich habe bereits bei TUI Cruises vier Mal tendern müssen und wusste deswegen, wie anstrengend das werden wird. Es gehört viel Organisation dazu, da die Gäste nicht wie sonst einfach über die Gangway hinausgehen, sondern immer ein Tenderboot gefüllt wird. Wenn dann eins voll ist, müssen die Gäste auf das nächste Tenderboot warten. Da es auch immer noch von Cunard angebotene Ausflüge gibt, muss man alles miteinander koordinieren, damit die Gäste hoffentlich nicht zu lange warten müssen, was manchmal nicht so einfach ist, gerade wenn viele Gäste gleichzeitig das Schiff verlassen wollen. Die Crew durfte leider nicht von Bord, da die USA es uns für die nächsten drei Monate verboten hat, in egal welcher US-Stadt an Land zu gehen.

26.09. Nach Rockland ging es los Richtung Kanada. Man merkt, dass es herbstlich wird, denn das Meer wird rauer. Es hat doch ganz gut geschaukelt am Mittwoch, aber solange ich immer ein bisschen was im Magen hatte, ging es mir sehr gut. Am Mittwoch hatte ich auch meinen ersten „Hospitality Desk“. Der findet meistens an Seetagen von 9:00Uhr bis 9:30Uhr statt und ist unsere Deutsche Sprechstunde. Die Gäste können uns auch so 24 Stunden lang über die Rezeption erreichen, aber da können sie dann auch gerne persönlich vorbeikommen. Außerdem kann man sich auch Rätsel und Sudokus mitnehmen. Außerdem habe ich begonnen, die täglichen Menüs zu übersetzen. Wir bekommen die immer am Abend auf Englisch, dann übersetze ich sie morgens ins Deutsche und bis spätestens 18 Uhr müssen sie zu Drucken abgeschickt sein. Beim ersten Mal übersetzen habe ich mich gefühlt, als hätte ich noch nie Englisch gesprochen. Es gibt so viele Begriffe, die ich im normalen Sprachgebrauch nicht verwende, die aber in den Menüs vorkommen und auch welche, die es im Deutschen so nicht unbedingt gibt.

27.09. Endlich in Kanada angekommen hieß unser erster Hafen Corner Brook. Ich hatte ein wenig freie Zeit, um vom Schiff zu gehen, aber ich kann sagen, in Corner Brook gibt es quasi nichts. Ich war mit meiner Kabinegenossin Teresa unterwegs und sind dann zum „Shoppingcenter“ gegangen, weil wir dachten, da wären ein paar Geschäfte aber Pustekuchen. Dort sah es aus wie ausgestorben, weil die Hälfte der Läden geschlossen war. Es gab nur ein einziges Bekleidungsgeschäft und immerhin einen Supermarkt und sogar ein Reisebüro, was wir ganz erstaunlich fanden und wofür wir böse von einem Einheimischen angesehen wurden, weil er uns scheinbar zugehört hatte. Wir sind dann bei Tim Hortons gelandet, einer kanadischen Fast-Food-Kette, in der es vor Allem Donuts gibt. Was noch viel wichtiger war, war aber, dass es dort freies Wlan gab. Als Crewmitglied sucht man in den Städten oft nur nach Internet, einem Supermarkt oder einem Platz zum Essen, wenn man nicht viel Zeit hat. Wir haben dann mal gegoogelt, was denn die nächste größere Stadt ist, da in Corner Brook ja nichts war, nur um festzustellen, dass das tatsächlich mit 20.000 Einwohnern die größte Stadt der ganzen Provinz ist.

Abends habe ich dann noch das erste Mal die Theatertüren gemacht. Das kannte ich schon von TUI Cruises und es ist generell auch keine schwere Aufgabe. Man begrüßt die Gäste beim rein- und rausgehen, passt auf, dass die Plätze für Menschen mit Gehbehinderungen auch für diese frei bleiben und passt auf, dass niemand in den Gängen des Theaters steht, da dies aus Sicherheitsgründen verboten ist.

28.09. Direkt nach Corner Brook hatten wir einen Stop in Sept-îles. Dort durfte ich als einer der Tourguides einen Ausflug begleiten. Die Tour war nicht wahnsinnig spektakulär, da Sept-Îles noch kleiner als Corner Brook ist, aber trotzdem war es eine nette Tour. Mit einem alten Schulbus ging es erst zu einem Fotostop und dann zu einem Strand. Es war ziemlich windig und nur ca. 8 Grad und ich habe dann doch etwas gefroren, denn meine Winterjacke wollte ich noch nicht auspacken. Trotzdem war die Aussicht wunderschön. Weiter ging es zu einem Freilichtmuseum,wo es um die Innu, ein Stamm von Ureinwohnern Kanadas, ging. Sie leben auch heute noch in Sept-Îles und in ihrem Gebiet sind auch alle Schilder, inklusive Verkehrsschilder in ihrer Sprache. Danach ging es noch zum Stadtmuseum und dann zurück zum Schiff. Ich habe mich sehr nett mit den Gästen unterhalten und obwohl ich nichts gemacht habe außer nachzusehen, dass auch immer alle da sind, habe sie sich alle bei mir für die Begleitung bedankt. Außerdem haben sie mir gesagt, dass ich ein ganz tolles Englisch sprechen würde, worüber ich mich immer sehr freue, wenn ich das gesagt bekomme. Schon beim Tendern sagte das ein Ehepaar zu mir und dass ich einen New Yorker Akzent hätte. Ob das wirklich der Fall ist, dazu kann ich leider nichts sagen.

29.09. & 30.09. Gegen Mittag sind wir in Québec angekommen und hier bleiben wir bis morgen, 01.10. Ich wurde gefragt, ob ich nicht wieder eine Tour begleiten könnte und so habe ich eine Stadtspaziergang durch Québec mitgemacht. Ich war noch nie hier, aber es hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen. Québec ist eine wahnsinnig schöne Stadt mit vielen alten Bauwerken, einer Funiculaire (eine Art kleine Seilbahn) und einem ganz wunderschönen Hotel, dass auch sehr bekannt ist. Wer mag, kann ja mal googeln an dieser Stelle. Abends hatte ich dann noch wieder Theatertüren und dann bin ich noch mit ein paar Kollegen von der Rezeption in eine Bar gegangen, da wir ja über Nacht in Québec liegen und auch jederzeit das Schiff verlassen und betreten dürfen. Ich war allerdings nicht allzu lange weg, da wir heute einen ganz normalen Ausschiffungstag hatten und ich um 07:30Uhr schon an der Gangway stehen musste mit Norma (eine der beiden deutschen Hostessen). 

Außerdem sollte ich heute die Kabine wechseln und von der Gästekabine in eine Crewkabine ziehen, also musste ich auch noch all meine Sachen einpacken, obwohl ich den Großteil nicht ausgepackt habe. Mittags hatte ich frei und habe mich dazu entschieden, in das Musée de la Civilisation zu gehen. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es ging nicht nur um die Geschichte Québecs und der Ureinwohner Kanadas, sondern es gibt momentan auch noch eine Sonderausstellung zu London, die sehr interessant war. Als ich dann wieder zurück auf dem Schiff war, wurde mir mitgeteilt, dass ich doch vorerst weiterhin in einer Gästekabine wohnen werde, aber in einer anderen. Die ist zwar auch auf Deck 6, aber die Kabine vorher war fast ganz vorne im Schiff und nun sind Teresa und ich fast ganz hinten im Schiff. Das war ein Akt meine ganzen Sachen von Deck 1 (wo meine Crewkabine sein sollte) wieder auf Deck 6 zu schaffen, zumal das Schiff wirklich nicht gerade kurz ist mit über 350 Metern. Nächste Woche (07.10.) in New York werde ich wieder umziehen müssen, dieses Mal dann hoffentlich in meine Crewkabine. Es ist natürlich ganz nett eine Gästekabine zu haben, aber ich würde gerne meine Sachen mal komplett auspacken und so richtig ankommen. Im Moment habe ich dieses Gefühl nämlich noch nicht. Eigentlich sind wir heute auch noch über Nacht in Québec, aber ich bin trotzdem jetzt im Bett, weil ich kaputt und müde vom Tag bin und morgen habe ich einen langen Tag vor mir, denn es gibt einen Crewausflug, für den ich mich angemeldet habe und bei dem es zu einem Wasserfall ein bisschen wandern geht. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf. Morgen Abend geht es dann weiter nach Saguenay.

Holpriger Start

23Sept2018

Ich habes geschafft und bin tatsächlich an Bord angekommen, denn das life nicht so glatt ab, wie ursprünglich geplant. Mein Flug war wunderbar, ich hatte keine Verspätung o.ä.. Gestern war ich dann noch etwas in Manhattan aber um 22 Uhr lag ich dann im Bett und bin direkt eingeschlafen. 22 Uhr in New York war ja schließlich schon 4 Uhr morgens in Deutschland und in der Nacht davor hatte ich nur etwa 2 Stunden geschlafen, da darf man schon müde sein. Heute morgen war ich dann allerdings schon um 6:30 Uhr wieder wach. Ursprünglich sollte der Transfer zum Schiff um 7:45 Uhr sein, da wäre das perfekt gewesen, aber gestern bei der Ankunft sagte man mir schon, dass es sich auf 11:45 verschiebt, da die Queen Mary 2 verspätet ankommt. Da habe ich direkt einem Freund an Bord geschrieben und der erzählte mir, dass sie eine medizinische Ausschiffung hatten und deswegen einen Umweg nach Neufundland fahren mussten, was dann in der Verspätung resultierte. Also hatte ich quasi den ganzen Vormittag Zeit und nichts zu tun.

 

Nach etwas mehr als einer Stunde Transfer zum Schiff (der Weg war nicht so weit, aber New Yorker Verkehr halt...) waren die anderen Crewmitglieder und ich dann endlich angekommen. Leider hieß das nicht, dass wir auch an Bord gehen durften. Wir mussten erst noch warten, bis alle abreisenden Crewmitglieder von Bord waren und dann gab es an Bord noch eine Inspektion der Küstenwache (das ist wohl immer so in New York), sodass wir 3 Stunden in einem Raum vor dem Schiff rumsaßen und uns langweilten. Um ca. 16:30 Uhr hatte ich es dann endlich geschafft. Ich war an Bord angekommen. Leider hat man dann nicht erstmal eine Verschnaufpause, sondern man muss seine Uniform holen, Gepäck zurr Kabine bringen und dann gibt es immer ein Sicherheitstraining für die aufsteigende Crew. Das dauerte bis kurz nach 19 Uhr und um 19:15 Uhr sollten alle Crewmitglieder auf ihren Positionen für die Seenotrettungsübung sein. Also bin ich quasi zu meiner Kabine gehechtet, um meine Rettungsweste zu holen, um dann zu meiner Position zu gehen. Ich bin jetzt bei Musterstation J und weise dort die Gäste ein, zeige, wie man die Rettungsweste anlegt und steige im Notfall mit ihnen ins Rettungsboot. Meine Kabine ist leider fast ganz vorne im Schiff bei Treppenhaus A und meine Station ist bei Treppenhaus D. Bei einem so großen Schiff wie der Queen Mary 2 ist das also ein ganzes Stück zu laufen.

 

Allerdings hatte ich trotzdem Glück, denn ich habe wieder, wie in den 10 Tagen im August eine Gästekabine, die ich mir mit einer französischen Hostess teile. Wahrscheinlich darf ich dort sogar bleiben bis zum 18. Oktober, weil dann die eine deutsche Hostess geht, in deren Kabine ich dann wahrscheinlich ziehen werde und so eine Gästekabine ist durchaus eine feine Sachen.

 

Ich sitze jetzt im Bett und werde gleich schlafen. Es ist erst kurz vor 22 Uhr aber morgen geht es ja direkt weiter. Ich muss mir als erstes eine Uniform besorgen, da der Schneider heute schon zu hatte und morgen Abend geht es für mich auf drei Cocktailparties, wo formelle Kleidung in schwarz/weiß Pflicht ist, also werde ich die Gelegenheit haben, mein erstes Abendkleid auszuführen.

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