1. Transtlantikpassage

09Okt2018

Eigentlich wollte ich schon vor ein paar Tagen einen neuen Eintrag hochgeladen haben, aber irgendwie hat mir dann doch die Zeit gefehlt und einmal bin ich einfach eingeschlafen.

 

1.10. Am letzten Tag in Kanada war ja noch der Crewausflug und das war ein ganz tolles Erlebnis. Wir sind mit einem Bus zuerst zu einem See gefahren. Dort gab es ein Skigebiet, mit Skipisten und Hotels und Ferienhäusern und auf dem See kann man im Winter auch Schlittschuh laufen und im Sommer Kajak fahren oder Schwimmen. Der See war wirklich schön und hat mich an den Weißensee in Österreich erinnert, wo ich mit meiner Familie öfter mal zum Ski fahren war. Allerdings ist der See kleiner und nur 20 Minuten von Quebec entfernt, was wirklich praktisch ist, wenn man mal einen Tag nicht Ski fahren möchte. Es gab richtig tolle Ferienhäuser rund um den See und dadurch, dass Herbst ist und es im Norden der USA und Kanada den „Indian Summer“ gibt (ganz einfach erklärt sind das einfach nur die farbigen Blätter der Bäume, wie man es aus Deutschland auch kennt), sah es am See richtig toll aus.

Danach ging es weiter zu einem Sugar Shack. Dort wird Ahornsirup produziert. Es gab erst warmen Apfelkuchen mit Ahornsirup und dann haben wir noch eine Erklärung bekommen, wie Ahornsirup hergestellt wird und durften uns noch im Shop umsehen. Wir durften auch Maple Butter probieren, das ist ein Brotaufstrich quasi wie Nutella nur aus Ahornsirup (engl. Maple syrup) hergestellt. Das ist richtig lecker, da musste ich mir ein kleines Glas von kaufen. Außerdem durften wir auch noch Maple Taffy probieren. Dazu wird eine Regenrinne mit Eis gefüllt und in kleine Kuhlen wird der Ahornsirup geschüttet und ein Stiel wird reingesteckt und dann hat man den klebrigen Ahornsirup am Stil. Sehr süß, aber ich fand es auch sehr lecker. Weiter ging es dann noch zu einem Wasserfall, der wohl sehr bekannt ist in Quebec, aber ich habe den Namen schon wieder vergessen. Auf jeden Fall war es auch dort sehr schön, aber zurück beim Schiff war ich echt kaputt von so viel frischer Luft auf einmal.

 

2.10. Von Quebec ging es weiter nach Saguenay. Das ist ein wirklich kleiner Ort, in dem man eigentlich nichts machen kann und da es an dem Tag auch nur etwa 7 Grad waren, habe ich es vorgezogen abgesehen vom Arbeiten einfach nur einen ausgedehnten Mittagsschlaf zu machen, statt rauszugehen.

 

3.10. Nach Saguenay kamen noch zwei weitere kanadische Häfen, Sydney und Halifax. Bis Sydney war es allerdings ein Stück und deshalb hatten wir erst einmal einen Seetag. Was ich bis dahin nicht wusste: An Seetagen kann man sich als Crewmitglied in der Odeonbar Smoothies machen lassen. Man kann sich aussuchen, was man im Smoothie haben möchte und der Smoothie kostet nur 95!!!! Cent. So günstig werde ich wohl nie wieder Smoothies trinken können. Leider ist die Odenbar im Moment wegen Umbauarbeiten geschlossen und deswegen gibt es leider keine Smoothies, was sehr schade ist, da es auf so einer Atlantiküberquerung doch einige Seetage gibt.

Außerdem hatten wir abends einen weiteren Cocktailempfang, dieses Mal für die Gäste, die die Suiten gebucht haben. Ich stand neben der Hotelmanagerin Jackie und habe die Gäste begrüßt, als ein Gast zu uns kam. Er wollte etwas von Jackie erfragen, sah dann aber mich und sagte zu mir, dass er sich an mich noch vom Tendern (In Rockland) erinnern kann und dass ich das ja ganz wunderbar gemacht hätte und die ganze Zeit so freundlich gewesen wäre und gelächelt hätte. Er hat bestimmt noch dreimal wiederholt wie toll ich das gemacht habe und dabei auch immer wieder Jackie angesehen. Ich freue mich natürlich generell immer sehr, wenn ich positives Feedback von Gästen bekomme, aber wenn dann auch noch die Hotel Managerin neben einem steht, ist es natürlich umso besser.

 

4.10. In Sydney wurde dann endlich mal wieder getendert und dieses Mal lief es glatter ab, als das letzte Mal. Später habe ich mich dann noch mit David, einem der Sportgastgeber unterhalten und wir haben uns zum Tischtennis spielen verabredet. Ich habe schon einige Zeit nicht mehr gespielt, aber als ich dann warm war ging es und ich habe sogar gewonnen. Wir wollen jetzt öfter mal zusammen Tischtennis spielen gehen, nur leider ist ja gerade die Odeonbar, in der die Tischtennisplatte steht, geschlossen.

 

5.10. Am Freitag waren wir dann in unserem letzten kanadischen Hafen, Halifax. Hier wurde Sir Samuel Cunard, der Gründer der Cunard Line geboren. Ich hatte relativ lange frei und war erstmal im Supermarkt, dann bin ich noch ein bisschen durch Halifax spaziert und später habe ich noch Richie und Zoe getroffen, die auch wie ich im Entertainment Department sind und mit den Gästen z.B. Quizze, Karaoke und Shuffleboard machen. Zum Schluss war ich noch im Canadian Museum of Immigration, also Einwanderungsmuseum, da über die Pier 21, an der wir lagen, mal viele Leute nach Kanada eingewandert sind. Da ich ja vorher im Auswandererhaus in Deutschland gearbeitet hatte, fand ich es toll, nun noch mehr über die Einwanderung zu erfahren.

 

6.10. Nach Halifax hatten wir noch einen weiteren Seetag auf dem Weg nach New York und an diesem Tag musste ich zu Anna unserer Human Resource Managerin (=Personalchefin), denn sie wollte ein Foto von mir machen. Es gibt mehrmals im Jahr ein Cunard Magazin und dafür gab es einige Tage zuvor eine Email, wo nach Tipps für die Gäste für einige Reiseziele gefragt wurde. Unter Anderem wurde gefragt, was man auf den Lofoten in Norwegen und in Akureyri in Island machen kann. Da ich dort letztes Jahr mit TUI Cruises war, habe ich eine Email geschrieben und jetzt werden meine Tipps zusammen mit einem Foto von mir in der nächsten Ausgabe des Magazins veröffentlicht. Ich hoffe, ich kann dann auch eine Ausgabe bekommen, denn das möchte ich ja doch gerne sehen.

 

7.10. Die Kanadareise war nun zu Ende und wir waren zurück in New York. Es waren 25 Grad, was uns alle doch irritiert hat, da es die Tage in Kanada ja eher kälter gewesen war. Leider durfte die Crew aus verschiedenen Gründen das Schiff nicht verlassen, außer man war amerikanischer Staatsbürger. Deswegen konnte ich das schöne Wetter und New York leider nur vom Schiff aus genießen. Weil wir nicht von Bord durften, hatte man immerhin eine Burger- und Hotdogstation auf dem offenen Deck für die Crew organisiert. Das war dann doch ganz nett. Außerdem bin ich nun endlich in eine Crewkabine gezogen. Zugegeben, der Komfort in der Gästekabine war auf gar keinen Fall schlecht, aber ich fand es jetzt doch ganz schön, dass ich endlich mal meine Sachen richtig auspacken konnte. Außerdem teile ich mir die Kabine mit einer Tänzerin, die aber nie da ist, da sie bei ihrem Freund schläft und so habe ich quasi eine Kabine alleine.

 

8.10. Der erste Seetag der Atlantiküberquerung ist soweit gut gelaufen. Norma übergibt mir so langsam alles und ich mache viel selbst. Diese Reise haben wir fast 400 deutsche Gäste und auch eine deutsche Gruppe, für die Alida und ich zuständig sind. Gestern Abend gab es Bingo für die Crew, wo ich eigentlich hingehen wollte, da ich gerne Bingo spiele, aber es ging erst um 24 Uhr los und ich bin leider eingeschlafen vorher. Da habe ich mich richtig geärgert.

 

9.10. Auch der zweite Tag verlief soweit ganz gut. Das Wasser war richtig ruhig, nur jetzt schaukelt es doch gerade ein wenig. Noch geht es mir aber gut. Heute morgen hatte ich meinen ersten Schiffsrundgang. Da habe ich mich richtig drauf gefreut, denn ich mache ja gerne Führungen. Außerdem haben wir die britische Schauspielerinn Celia Imrie an Bord, die habe ich heute gesehen. Ich kenne sie aus dem Film Calendar Girls, aber in Star Wars hat sie glaube ich auch mitgespielt. Wir haben heute auch nach die Stelle passiert, an der die Titanic gesunken ist, aber da war ich glaube ich gerade beim Mittagessen. Viel sehen kann man da ja eh nicht.