Ich bin wieder da!

28Juli2021

Ich schaue gerade Tischtennis bei Olympia und dachte, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um mich mal wieder zu melden. Mir geht es gut und ich habe hier so lange nichts geschrieben, dass ich gar nicht so richtig weiß, wo ich anfangen soll. Auch wenn der ein oder andere meine Berichte eventuell vermisst hat, so lag das vor allem daran, dass ich ein gutes zweites Trimester hatte, in dem ich viel erlebt habe (und dann war die Motivation einfach irgendwie nicht da, um hier zu berichten).

Man mag es nicht glauben, aber ich habe jetzt schon mehr als die Hälfte meines Studiums geschafft. Diese Woche ist schon die dritte Woche des dritten Trimesters. Generell muss ich sagen, dass ich das letzte Semester vom inhaltlichen Aspekt her eher einfacher fand, als das erste Semester, abgesehen von Corporate Finance. Da hatte ich ja bereits Bedenken geäußert und das war wirklich nicht leicht, aber ich habe zum Glück tolle Hilfe bekommen. Allerdings fand ich das letzte Semester aufwändiger von den Einreichungen und Präsentationen her. Die habe ich als umfangreicher empfunden, was mich einfach mehr Zeit gekostet hat. Trotzdem habe ich es wieder auf die Dean’s List geschafft, worüber ich mich doch sehr freue. Zur Erklärung, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich das hier schon erzählt habe: Dean heißt übersetzt Dekan, aber ich glaube die Position geht mehr in Richtung des Direktors einer Uni. Auf jeden Fall gibt es jedes Semester bzw. Trimester eine Liste mit den besten Studenten, gemessen ab Notendurchschnitt. Ich glaube das kommt aus den USA und ich habe davor noch nie davon gehört. Umso überraschter war ich dann, als ich es im ersten Trimester direkt auf die Liste geschafft habe und jetzt im zweiten Trimester gleich wieder mit sogar noch besseren Noten. Ich bin ein richtiger Streber hier geworden. Es gibt dann eine Verleihungszeremonie und man bekommt eine Art Urkunde überreicht. Außerdem hängt vor dem Büro des Dean auch eine Tafel mit allen Namen.

Nun zu Allem, was so in den letzten Monaten passiert ist. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Ich hatte weiterhin eine gute Zeit mit Minh, Arancha und Alinia. Zum Ende der Ferien sind einige Austaschstudenten dazu gekommen, die meisten aus Deutschland und so hatte ich dann auf einmal statt vier Leuten ganz viele, mit denen ich etwas machen konnte. Die Situation in Singapur war nach wie vor super und man konnte in Gruppen von acht Leuten Dinge unternehmen. Wir haben einige neue Dinge gemacht, aber den anderen auch vieles gezeigt, was wir schon gemacht hatten aber empfehlenswert fanden. Am Strand waren wir auch relativ viel und die meisten der Austauschstudenten haben im gleichen Apartmentkomplex gelebt, von daher waren wir auch dort viel und haben zum Beispiel Zeit zusammen am Pool verbracht. Einer der Deutschen, Nic, macht auch seinen kompletten Master hier und zwar den Master of Business Administration, weswegen wir einige Kurse zusammen hatten und haben. Er hat außerdem den Schwerpunkt Finanzen und war mir daher eine sehr, sehr große Hilfe in Corporate Finance und ohne ihn hätte ich das Fach glaube ich nur knapp bestanden.

Habe mich ordentlich am Strand verbranntSonnenutergang am Strandvl: Alinia, Minh, ich & AranchaChinatown

Anfang April habe ich eine Nacht mit Minh und Arancha im Marina Bay Sands Hotel verbracht. Obwohl ich 2019 schon dort war, ist es einfach ein tolles Hotel. Außerdem hatten wir dieses Mal ein Zimmer auf der anderen Seite, das heißt, ich habe noch eine andere Aussicht kennengelernt und wir haben sogar ein kostenloses Upgrade bekommen und hatten dann ein größeres Zimmer. Natürlich ist so eine Nacht im Marina Bay Sands nicht gerade günstig, aber die Preise im Moment sind wirklich niedrig. Im Vergleich zu 2019 habe ich fast 100€ weniger bezahlt. Die Aussicht vom Pool auf dem Dach ist allerdings unbezahlbar, vor allem, wenn man morgens zum Sonnenaufgang kommt und die Sonne über der Bucht mit den ganzen Containerschiffen und Tankern aufgehen sieht.

Der Pool auf dem Dachvl: Jakob, Minh, Fredi (die auch Greta heißt), Philipp, Arancha, Saskia und Nic

Mitte April hat Minh uns dann leider verlassen und kurz danach hat sich die Corona Situation in Singapur geändert. Die Deltavariante ist eingeschleppt worden und wir hatten so viele neue Fälle am Tag, wie noch nie seit ich hier lebe, obwohl um die 80 Fälle pro Tag bei knapp 6 Millionen Einwohnern immer noch ziemlich wenig war, aber doch zu hoch für Singapur, war man es doch hier gewohnt teilweise wochenlang keine neuen lokalen Fälle zu haben. Anfang Mai wurden dann die Gruppengrößen von acht auf fünf Leute verringert und kurz darauf (Mitte Mai) durfte man sich dann nur noch zu zweit treffen. Außerdem wurden alle Restaurants geschlossen und es gab nur noch Essen zum Mitnehmen. Ich persönlich fand das Ganze nicht so schlimm, da es eh zum Ende des Trimesters ging und ich mit der Uni beschäftigt war, aber für die Austauschstudenten war es natürlich nicht so toll. Außerdem ging das Impfen sehr langsam voran. Obwohl Singapur am Anfang schneller war als Deutschland, ist die Situation dann in Deutschland viel besser geworden, vor allem, weil es diese Schnelltests gab. Sowas gibt es hier leider nicht. Das Impftempo wurden dann hier angezogen, aber man verfolgte zunächst noch die Strategie von Zero Covid wie das auch Australien macht, aber das funktioniert auf Dauer in Singapur einfach nicht, da das Land auf Touristen und Geschäftsreisende wirklich angewiesen ist. Mitte Juni durfte man sich dann wieder zu fünft treffen und die Restaurants wurden wieder geöffnet. Essen gehen durfte man aber nur zu zweit und die Restaurants durften keine Musik spielen, weil die Gäste dann ja lauter reden müssen und dann spuckt man ja schneller und verteilt das Virus mehr, falls man es hat... Es lief so gut, dass ab Mitte Mai sogar Gruppen von fünf Leuten wieder zusammen Essen gehen durften. Das hielt aber nur eine Woche, weil es ein neues Cluster gab und seitdem haben wir täglich so viele Fälle wie wirklich noch nie zuvor. Ich bin Anfang Juli das erste Mal geimpft worden und habe nächste Woche meine zweite Impfung (die ich eigentlich ja gar nicht brauche als Genesene, aber weil das nicht in den Unterlagen hier steht, weil ich in Deutschland krank war, bekomme ich trotzdem beide). Seit dem 19. Juli sind wir jetzt also wieder bei geschlossenen Restaurants und einer maximalen Gruppengröße von zwei Personen. Eigentlich sollten bis zum Nationalfeiertag am 9. August wieder größere Gruppen möglich sein, aber das wird jetzt wohl alles verschoben, bis 80% der Bevölkerung geimpft sind. Das wird wohl Anfang September sein. Im Moment sind es etwa 64%. Hier wird nur Pfizer und Moderna geimpft und ein paar private Ärzte bieten den chinesischen Impfstoff Sinovac an, aber da hat man schon festgestellt, dass der nicht so wirksam ist. Eine Impfpflicht gibt es hier übrigens nicht und soll es wohl auch nicht geben.  

Verabschiedung von Minh am FlughafenVerabschiedung von Arancha. Vl:Saskia, Arancha und Carmen

 

Ich bin im Moment quasi alleine hier, denn die letzten Austauschstudenten sind Mitte Juli geflogen und auch Nic ist im Moment in Deutschland aufgrund eines familiären Notfalls. Es gibt auch keine neuen Austauschstudenten, weil eine Zeit lang keine Einreiseerlaubnisse ausgestellt wurden. Jetzt wird das zwar wieder gemacht, aber es hat sich natürlich einiges angesammelt und Arbeitskräfte haben jetzt erstmal Priorität und es würde sich jetzt nicht mehr lohnen für Austauschstudenten. Ein Trimester ist ja nur zehn Wochen lang und wir sind schon in Woche drei. Wenn man dann auch noch erst zwei Wochen in Quarantäne muss, ist das Trimester fast schon vorbei, bis man wirklich hier ist. Es gibt zwar noch ein paar andere Studenten hier, die ich kenne, aber mit denen ich nicht unbedingt eng befreundet bin und im Moment kann man ja eh nicht viel machen.

Fredi, Saskia und CarmenCarmen, Saskia und AnnaPopiah und Black Carrot CakeVon meinem Spaziergang am Wochenende

Ich habe dieses Trimester immer Dienstag und Donnerstag frei und damit ich nicht so viel Zuhause sitze, habe ich mir jetzt ganz viele Spazierwege rausgesucht, damit ich was zu tun habe und dabei möglichst wenig Geld ausgebe, denn die meisten Dinge, die man hier machen kann kosten eigentlich immer was. Außerdem habe ich noch zu berichten, dass ich Anfang Juni umgezogen bin. Das Lärmproblem in meiner alten Wohnung war leider fortbestehend und der Zeitraum der Bauarbeiten wurde immer wieder verlängert. Es hing immer eine Ankündigung Fahrstuhl von wann bis wann die Bauarbeiten gehen und jedes Mal wenn das Enddatum erreicht war, hing am nächsten Tag ein neuer Zettel mit neuen Daten. Kurz bevor ich ausgezogen bin wurde es wieder verlängert bis Ende Juli. Außerdem haben sie dann auch noch angefangen, die Wohnung nebenan zusätzlich zu der über unserer Wohnung zu renovieren. Ich wohne jetzt immer noch nah an der Uni, aber quasi eine Bahnstation weiter (die Uni liegt zwischen zwei Stationen). Der Fußweg zur Uni ist jetzt fünf Minuten länger als vorher. Auch jetzt habe ich nur ein Zimmer und teile mir die Wohnung mit drei Mitbewohnern. Das Bad teile ich mir allerdings nur mit einer Mitbewohnerin. Mein neues Zimmer ist ein bisschen kleiner, aber die Miete ist ein bisschen höher. Trotzdem bin ich unglaublich froh, dass ich umgezogen bin. Die ganze Apartmentanlage ist einfach viel besser und die Wohnung auch. Es gibt hier einen Pool, ein Fitnessstudio und einen Tennisplatz. Außerdem habe ich jetzt eine funktionierende Küche mit Herd und Ofen. Hätte ja nie gedacht, dass ich mich darüber mal so freuen würde. Außerdem wohne ich fast direkt neben der Bahnstation und der Fußweg dorthin ist überdacht, was wirklich praktisch bei Regen ist.

Da ich jetzt ja, wie schon erwähnt, viel Zeit habe, werde ich versuchen, hier wieder öfter zu berichten, damit ich das nächste Mal keine Lücke von einem halben Jahr füllen muss. Tischtennis ist übrigens schon lange beendet. Ich habe ein bisschen länger zum Schreiben gebraucht.

Happy Chinese (Lunar) New Year!

19Feb2021

Mittlerweile hat das neue Jahr, das Jahr des Ochsen/Büffels begonnen. Hier wird oft vom chinesischen Neujahr gesprochen, aber das Fest wird nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern Asiens wie Vietnam und Korea gefeiert. Die chinesischen Tierkreiszeichen folgen nicht, wie uns bekannt den Monaten, sondern Jahren. Alle 12 Jahre wiederholt sich also das Zeichen. Ich bin im Jahr des Schweins geboren. Hinzu kommen dann noch die fünf Wandlungsphasen. Deshalb ist dieses Jahr das Jahr des Metall-Ochsen. Laut dem Internet gelten Menschen, die im Metall Jahr geboren wurden also pflichtbewusst und fair. Bei mir kommt zum Schwein noch Holz hinzu. Es bedeutet wohl, dass ich freundlich, warmherzig, hilfsbereit und kommunikativ bin und eine positive Ausstrahlung habe. Außerdem liebe ich Gesellschaft und bin ein großartiger Partyveranstalter. Ich finde das trifft schon irgendwie auf mich zu. Alle, die mich kennen und hier mitlesen, haben da sicherlich auch eine Meinung zu. 

Dieses Mal hat es auch wieder etwas gedauert, um einen Bericht hochzuladen, aber dieses Mal lag es nicht an der Uni, sondern daran, dass ich so viel gemacht habe und wenn ich dann mal Zuhause war meistens nicht so Lust hatte. Es ist super, dass ich jetzt im Februar die Möglichkeit habe, Singapur mehr zu erkunden. Beim letzten Mal hatte ich glaube ich erzählt, dass ich am nächsten Tag ins Art Science Museum gehen würde. Da war ich also am 4. Februar mit Minh Tú, Arancha und Robin. Das Museum verbindet quasi Kunst mit Wissenschaft und vieles ist interaktiv. Der Besuch war gut, aber ich würde sagen, dass das ein Ort ist, der sich noch mehr lohnt, wenn man Kinder hat. Außerdem konnte man wegen den Coronabeschränkungen nicht alles machen, aber ich will mich hier lieber nicht beschweren. Schließlich ist meine Situation deutlich besser, als die in Deutschland. Nach dem Museum waren wir dann noch bei Gardens by the Bay du haben gewartet, dass es dunkel wird und die Lichtshow beginnt, da Robin und Arancha die noch nicht gesehen hatten. Auch hier gab es große Dekorationen für das Chinesische Neujahr.

Am Samstag ging es für Robin, Arancha und mich nach Macritchie. Das ist ein Naturreservat ziemlich mitten in Singapur mit einem großen Frischwasserreservoir in der Mitte. Dort kann man sehr gut spazieren bzw. wandern gehen und ich habe leider einen Sonnenbrand am Nacken bekommen, weil ich mich nicht gut genug eingecremt habe. Die Regenzeit ist jetzt hier zu ende und es ist jeden Tag sonnig und warm. Meist so um die 32 Grad, gefühlt wie ca. 37 Grad. In Macritchie gibt es auch frei lebende Affen und einige andere Tiere wie zum Beispiel Schildkröten. 

Montags war Minh Tú dann auch wieder mit dabei und wir haben uns zum Mittagessen beim Newton Food Centre getroffen. Das ist ein relativ großes Hawker Centre, dass in dem Film Crazy Rich Asian vorkommt und deswegen wollte Arancha dort unbedingt hin. Es gab eine super Auswahl dort und ich hatte etwas leckeres indisches. Danach haben wir den Botanischen Garten besucht. Das ist eine riesige Anlage mit verschiedensten Gärten und wir haben dort den ganzen Nachmittag verbracht. Außerdem waren wir noch im Orchideen Garten, der eigentlich einen kleinen Eintritt kostet, aber wegen dem Chinesischen Neujahr für Singapurer und andere Bewohner umsonst war. Unglaublich, wie viele verschiedene und wunderschöne Orchideenarten es gibt. Abends wollten wir dann eigentlich Laksa essen gehen. Laksa ist eine Suppe, die soweit ich weiß aus Malaysia kommt und mit Kokosmilch und einer speziellen Gewürzmischung zubereitet wird. Meist sind Nudeln in der Suppe und dann je nach Region andere Zutaten wie Krabben, Tofu oder Ei. Ich kenne die Suppe noch vom Schiff, weil einer der Küchenchefs aus Malaysia kam und es die Suppe manchmal zum Mittag gab. Wir konnten uns dann die Suppe quasi selbst zusammenstellen. Naja, auf jeden Fall war Laksa, in dem Restaurant wo wir waren und wo es wohl sehr gute geben soll für den Tag ausverkauft. Also waren wir ein paar Häuser weiter in einem thailändischen Restaurant. Ich fand das Essen sehr gut aber auch scharf. Arancha hatte ein grünes Curry und sah aus, als wäre sie kurz vor dem Umfallen, weil sie nicht so gut Scharfes essen kann. Sie wird dort definitiv nicht wieder essen wollen.

Am Mittwoch war ich dann tatsächlich mal wieder in der Uni, weil Aktivitätenabteilung der Uni ein Video aufgenommen hat und jemandem europäisches in dem Video haben wollte. Da passe ich als offensichtlich Europäisch gut ins Bild. Das Ganze hat aber nur 20 Minuten gedauert und sie waren sehr überrascht, dass es so schnell ging, weil die beiden Gruppen vor mir wohl jeweils mehr als eine Stunde gebraucht haben. Ich weiß nicht ganz wofür, denn ich sollte nur sagen, auf was ich mich im Jahr 2021 freue. Allerdings habe ich natürlich auch schon öfter Aufnahmen gemacht und habe, seitdem ich während des Studiums im Museum gearbeitet habe, sowieso keine Probleme, frei zu sprechen.

Auch beim Chinesischen Neujahr ist es so, dass nachts reingefeiert wird. Generell feiert man meistens mit den Eltern des Mannes, da der Mann generell über der Frau steht und daher dessen Familie quasi wichtiger ist. Generell geht das Fest aber mehrere Tage, da oft viele Verwandte besucht werden. Am eigentlichen Abend die Familie des Mannes, am nächsten Tag, dem Neujahrstag die Familie der Frau usw. Man überreicht sich Geldgeschenke in roten Umschlägen, die extra hierfür gekauft werden. So genannten Ang Baos. Man kann sogar im Internet nachschauen, wie viel Geld als Geschenk für welchen Verwandten empfohlen wird. Meisten bekommen vor allem Kinder diese Geldgeschenke. Die genauen Regeln, wem man was schenkt, kenne ich allerdings nicht. Ich war am Neujahrstag, dem 12. Februar im National History Museum. Generell gehe ich gerne in Museen und vor allem welche, in denen es um Geschichte und Naturkunde geht finde ich sehr interessant. Ich war mit Robin und einem Freund von ihm dort, der uns einiges über Singapur erzählt und mit dem wir uns sehr gut unterhalten haben. Das Museum fand ich auch gut und danach habe ich richtig Lust bekommen, viele Museen zu besuchen. Leider gibt es hier nur eine begrenzte Anzahl, also muss ich meine Museumsbesuche wohl verschieben, bis man wieder reisen darf.

Am Samstag ging es dann mit Robin und Arancha wieder raus in die Natur nach Pulau Ubin, einer kleinen Insel im Osten von Singapur. Man kann dort wandern und sogar campen. Abends waren wir dann auch noch in einem chinesischen Restaurant essen. Da war die Auswahl relativ überschaubar für mich, aber es gab ein Gericht mit Tofu, das gut aussah und ich auch bestellt habe. Leider konnte ich nicht wissen, dass die Soße vom Tofu mit Hackfleisch war. Stand nicht in der Karte und auf so eine Idee wäre ich auch nicht gekommen. Also habe ich das Tofu mehr oder weniger aus der Soße und möglichst ohne Hackfleisch rausgepickt. Geschmeckt hat es trotzdem sehr gut. Allerdings hatte ich danach ein wenig Magenschmerzen. Vielleicht ist mein Magen nicht mehr gewohnt, Fleisch zu verdauen oder es war nur meine Psyche oder vielleicht auch beides.

Am Sonntag und Montag war ich dann quasi zwei Tage hintereinander mit Arancha shoppen, bzw. sie wollte shoppen und ich war einfach dabei. Am Sonntag waren wir erst abends dort und obwohl die Geschäfte bis 22Uhr geöffnet haben, haben wir nicht viel gemacht und waren dann nur was zum Abend essen. Allerdings haben wir uns dann überlegt, zu Fuß nach Hause zu laufen, was von der Orchard Road bis zu mir etwa 6km sind. Die Luft war aber schön lau und wir haben uns gut unterhalten. Am Montag war dann auch Minh Tú dabei und wir haben die restlichen Geschäfte erkundet. Dieses Mal sind wir dann aber mit dem Bus nach Hause gefahren.

Am Dienstag hatten ich dann beschlossen, dass ich die letzten Tage aktiv genug gewesen bin und habe einfach nur einen Tag faul im Bett verbracht, da es Mittwoch direkt wieder weiter ging. Robin ist am Dienstag wieder nach Hause geflogen, deswegen sind es jetzt nur noch Minh Tú, Arancha und ich. Minh Tú ist noch bis Ende März hier und Arancha bis Juli, da sie zwei Trimester hier studiert. Allerdings kommen bald schon neue Austauschstudenten aus Europa, von denen ein paar mir auf Instagram geschrieben haben, weil sie Fragen hatten.

Mittwoch waren Minh Tú, Arancha und ich im Nationalmuseum von Singapur, dass die Geschichte Singapurs erzählt. Das war sehr interessant und ich habe auf jeden Fall einiges lernen können. Ich wusste zum Beispiel nicht und ich gehe davon aus, dass die meisten Leser hier das auch nicht wissen, dass Singapur (damals noch britische Kolonie) 1942 von Japan besetzt wurde. In der Schule lernt man ja viel über die europäische Geschichte aber doch eher weniger über asiatische Geschichte. Arancha hatte danach Spanischunterricht und Minh Tú und ich sind wieder auf der Orchard Road gelandet, weil das Museum nicht weit weg ist, sind aber nur ein wenig geschlendert und haben einen Bubble Tea getrunken.

Gestern waren wir drei zusammen mit einer Freundin von Minh Tú wieder in Macritchie zum Kayak fahren. Das kann man in einem bestimmten Bereich auf dem See machen und war sehr lustig, obwohl ich Arancha am liebsten ins Wasser geschubst hätte, denn wir haben uns das Kayak geteilt und sie war der Meinung sich die ganze Zeit umsetzen zu müssen und alles Mögliche auszuprobieren, weswegen das Kayak ordentlich gewackelt hat. Ich hatte aber kein Interesse daran, im Wasser zu landen. Zum Schwimmen ist das nicht so unbedingt geeignet. Da Arancha beim Paddeln aber auch die ganze Zeit Wasser ins Kayak geschaufelt hat, hatte ich hinterher eine ordentlich nasse Hose aber zum Glück hatte ich was zum Wechseln dabei. Danach waren wir dann noch ein bisschen wandern und sind später mal wieder zur Orchard Road gefahren, um was zum Abend zu essen (die Orchard Road ist einfach ein sehr zentraler Punkt und man hat eine große Vielfalt an Möglichkeiten zum Essen gehen). Arancha und ich haben uns dann trotz des langen Tages überlegt, wieder zu Fuß nach Hause zu gehen. Allerdings gehen wir immer so, wie der Bus fährt und wenn wir keine Lust mehr haben, könnten wir jederzeit den Rest des Weges den Bus nehmen.

Heute hatte ich wieder einen ruhigen Tag, aber morgen geht es weiter. Da wollen wir zu Mount Faber. Da war ich zwar schon mit Robin, aber auch das ist ein Ort, an den man gut öfter kommen kann. Außerdem habe ich letztes Mal erzählt, dass ich einen online Corporate Finance Kurs zur Vorbereitung mache. Naja es stellte sich heraus, dass das Ganze nicht so einfach ist. Es gab einen Test, den man am Anfang machen konnte, um sicherzugehen, dass man schon die Basics kann. Ich habe quasi nur geraten und deswegen jetzt erstmal einen Financial Accounting (Buchhaltung) Kurs angefangen. Das hatte ich zwar schon im Bachelor, aber im ersten Semester und ich war nicht besonders gut, weil es mich ehrlich gesagt nicht so interessiert hat und ich auch quasi alles direkt wieder vergessen habe nach der Klausur. Also fange ich jetzt erstmal ganz von vorne an. Das Gute ist, dass ich es jetzt gemerkt habe und nicht erst in der Vorlesung. So kann ich mich noch in Ruhe vorbereiten. Ich glaube, jetzt habe ich auch erstmal wieder genug erzählt. Mal sehen, wann es den nächsten Bericht gibt.

Ferien!

03Feb2021

Jetzt melde ich mich auch endlich mal wieder zurück. Ich glaube, es ist jetzt schon fast vier Wochen her, seit ich das letzte Mal einen Bericht hochgeladen habe, aber ich muss auch sagen, dass den Großteil des Januars auch nicht sehr viel passiert ist. Aufgrund der Renovierungsarbeiten bin ich jeden Tag zwischen 9Uhr und 10Uhr zur Uni gegangen und zwischen 17Uhr und 18Uhr wieder zurück. Spannendes zu berichten gab es da also eher weniger. Jetzt habe ich aber das erste Trimester hinter mir und bis zum 8. März frei und werde die Zeit auf jeden Fall nutzen, um Singapur besser kennen zu lernen. Die Zeit verging dann doch ziemlich schnell und um diese Zeit in einem Jahr habe ich dann hoffentlich meinen Master abgeschlossen.

Ich muss sagen, die ganzen Abgaben in der Uni waren nicht unbedingt einfach, allerdings bin ich deutlich besser mit meinem Zeitmanagement geworden und wenn ich nicht gerade ein großes Motivationsproblem hatte, habe ich gut an meinen Abgaben arbeiten können. In meiner einen Gruppe haben wir tatsächlich zum Ende hin den Inder rausgeworfen, weil wir keine Lust hatten, seinen Teil noch mal zu schreiben, weil er nicht gut ist, so wie beim ersten Mal. Nur an einem Abend war ich unterwegs mit Minh Tú, weil sie für ein Projekt in der Uni in Deutschland ein Video filmen musste und mich dafür als Statistin brauchte. Wir sind zum Merlionpark gefahren und haben uns das erste Mal den Merlion, das Wahrzeichen Singapurs angesehen. Die Figur ist eine Mischung aus Meerjungfrau und Löwe, denn Singapur wird auch Löwenstadt genannt. Allerdings gab es hier sehr wahrscheinlich nie Löwen, sondern Tiger. Schön anzusehen ist es trotzdem und wahrscheinlich werde ich nie wieder so gute Fotomöglichkeiten, mit so wenig Menschen darauf haben, wie jetzt im Moment, Sobald Touristen wieder einreisen dürfen, wird es immer voll rund um den Merlion sein. Wir sind danach noch zu Fuß zu den Gardens by the Bay gegangen. Das ist eine riesige, wunderschöne Gartenanlage direkt zwischen dem Marina Bay Sands und dem Wasser. Dort gibt es künstliche Megatrees, bei denen man sich jeden Abend eine Licht und Musikshow ansehen kann, die Garden Rhapsody heißt. Ich habe das schon gemacht, als ich 2019 mit dem Schiff in Singapur war, aber diese Show ist wirklich schön und die Themen und die Musik ändern sich immer wieder. Außerdem ist die Show umsonst und man kann sie wirklich immer wieder ansehen, denn es ist jedes Mal wieder schön. Außerdem war ich noch einen Freitagmittag mit Arancha und Robin Dim Sum essen. Das sind quasi hauptsächlich gedämpfte, wahlweise aber auch gebratene oder frittierte Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen. Auch hier war es natürlich nicht so ganz einfach, vegetarische Optionen zu finden, aber ein paar gab es. Ich glaube ich habe auch eins mit Fleisch gegessen aus Versehen. Es war trotzdem lecker und auf jeden Fall ein neues Erlebnis. Die Karte hatte eine riesige Auswahl und es gab auch Frosch und Haifischflossensuppe.

Am 25. Januar hatte ich dann noch meine einzige Klausur in Marketing Management. Das war gar nicht so einfach, wie gedacht. Die Klausur war online und ursprünglich hatte man 120 Minuten Zeit, diese wurde aber auf 180 Minuten verlängert, falls man Probleme mit dem Internet hat und die Ergebnisse nicht hochladen kann. Ich habe allerdings die vollen 180 Minuten gebraucht, um überhaupt fertig zu werden und meinen Kommilitonen ging es wohl nicht anders, wie ich später erfahren habe. Wir mussten vier von fünf Aufgaben bearbeiten, die jeweils in a und b aufgeteilt waren. Pro Aufgabenteil sollte man eine bis eineinhalb Seiten schreiben, also insgesamt theoretisch mindestens acht Seiten. Eine Teilaufgabe habe ich leider zeitlich nicht mehr geschafft, aber ich hoffe und denke, dass es wohl zum Bestehen gereicht hat. Noten habe ich noch keine bekommen, das wird wohl  noch ein bisschen dauern. Außerdem habe ich mich schon für meine Kurse im nächsten Trimester eingeschrieben. Leider musste ich den Kurs Corporate Finance nehmen, da geht es glaube ich um Finanz- und Risikoanalyse. Alles mathematische ist nicht unbedingt meine Steckenpferd, deswegen habe ich mich für einen kostenlosen Onlinekurs angemeldet auf einer Plattform, die alle möglichen Kurse von verschiedenen Universitäten weltweit anbietet, z.B. kann man Kurse von Harvard machen. Wenn mir damals jemand im Bachelor erzählt hätte, dass ich freiwillig einen Onlinekurs als Vorbereitung in meinen Ferien mache, hätte ich glaube ich laut losgelacht. Allerdings muss ich sagen, dass ich schon einen großen Unterschied zu meinem damaligen Studium merke. Jetzt bin ich halt einige Jahre älter und damals fand ich mein Studium zwar interessant, habe aber immer gedacht, dass ich schon irgendwie mit wenig Aufwand durchkomme und das hat ja auch geklappt. Jetzt merke ich aber, dass es mir wirklich wichtig ist, was ich lerne und auch gute Noten bekommen möchte. Ich bin einfach persönlich engagierter. Nächstes Semester gibt es außerdem die Möglichkeit, die Tutorien in Person zu besuchen, das heißt, ich kann einige meiner Professoren und vor allem meiner Kommilitonen endlich mal richtig kennenlernen.

Am Tag nach der Klausur bin ich erst einmal direkt zu Fuß zur Orchard Road gelaufen, da ich eine neue schwarze Jeans brauchte. Es ist zwar warm hier und viele denken wahrscheinlich, dass ich verrückt bin und immer noch lange Hosen trage, aber so bin ich halt und mir ist es auch nicht zu warm. Am Mittwoch habe ich einfach nur einen Tag Zuhause genossen und Donnerstag bin ich mit Robin zu Mount Faber gefahren. Am Tag zuvor hatte ich ein Workout gemacht und deshalb ziemlich Muskelkater. Das war natürlich nicht sehr hilfreich beim Wandern. Erst einmal hat es allerdings so wahnsinnig geregnet, dass wir drei Runden mit der Seilbahn gefahren sind, die man nehmen kann, um zur Bergspitze zu gelangen. Auf dem Berg (obwohl man das für deutsche bzw. europäische Verhältnisse wohl eher als Hügel bezeichnen muss) gibt es viele Spazierwege und vor allem auch viele Treppen. Es sind aber sehr schöne Wege und man kann viel Zeit dort verbringen. Wir sind dann den ganzen Weg runter gelaufen und noch durch einen Park, um zur nächsten MRT Station zu gelangen. Trotz leichtem Regen zwischendurch war es ein super Tag und es ist immer wieder schön in so dichtem Grün zu sein, dass man gar nicht merkt, dass die Großstadt nur wenige Meter weiter ist. Am Freitag war mein Muskelkater dann so schlimm, dass ich meine Beine kaum komplett durchstrecken konnte, deswegen gab es an dem Tag nur ein Workout für den Oberkörper. Immerhin merkt man so, dass man sich bewegt hat. Abends haben wir in Little India Indisch gegessen. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wie das Gericht bzw. die Gerichte hießen, die ich hatte, aber es war super lecker und so lange es vegetarisch ist, ist es mir auch relativ egal, was es ist. Samstag habe ich mich spontan mit Robin für den Abend verabredet und wir haben ein Konzert an der Esplanade besucht. Das ist direkt am Wasser in Sichtweite des Marina Bay Sands. Dort gibt es eine Bühne, wo fast jeden Tag lokale Künstler auftreten und die Konzerte sind umsonst. Das Konzert war sehr nett und es fühlte sich einfach fast normal an, abgesehen von den Masken. Am Sonntag habe ich dann einen typischen Sonntag lesend im Bett verbracht und später noch mit meiner Mama telefoniert. Montag habe ich das Gleiche nochmal gemacht. Allerdings habe ich trotzdem fleißig jeden Tag ein Workout gemacht. Nach meiner Coronaerkrankung habe ich so lange keinen Sport gemacht und ich würde auch nach wie vor nicht Joggen gehen, weil mir die Puste schon nach 200 Metern ausgeht (das war eventuell auch vor Corona schon so), aber Workouts Zuhause auf Youtube gehen auch sehr gut und dazu kann ich mich auf jeden Fall motivieren.

Gestern habe ich spontan entschlossen, mir die Dekorationen für das Chinesische oder Lunar Neujahr in Chinatown anzusehen. Es ist nicht zu übersehen, dass das Jahr des Ochsen gefeiert wird. Außerdem kann man überall in den Läden Dekorationen für Zuhause kaufen. Fast alle Dekorationen sind rot, weil diese Farbe Glück bringt. Sehr beliebt sind außerdem rote Papierananas zum Aufhängen. Diese symbolisieren das „süße Leben“ und Reichtum. Man muss allerdings immer mindestens zwei kaufen, sonst bringen sie kein Glück und auf gar keinen Fall darf man vier aufhängen, da das chinesische Wort für vier ähnlich wie das Wort für tot klingt. Deswegen gibt es oft in China in den Häusern keinen vierten oder vierzehnten Stock, stattdessen heißen die Stockwerke zum Beispiel 3A und 3B. Wenn es doch einen vierten Stock gibt, sind die Mieten dort oft günstiger. Außerdem sind Mandarinen sehr beliebt, da das chinesische Wort für Mandarine auch Gold bedeutet, deshalb sollte man viele Mandarinen zu Neujahr im Haus haben. Überall gibt es außerdem Geschenke zu kaufen und viele Marken bringen extra Kollektionen zum Chinesischen Neujahr auf den Markt.

Danach bin ich noch zum deutschen Supermarkt gefahren und habe ein paar Sachen gekauft. Manches vermisst man ja doch aus der Heimat. Heute gab es wieder einfach einen entspannten Tag Zuhause. Meine Vermieter waren heute da und haben gefragt, wie es mit dem Baulärm ist. Es ist deutlich besser, allerdings gab es ein paar Nächte, in denen ich kaum schlafen konnte, weil ich aus der Wohnung über mir immer ein Knallen gehört habe. Ich weiß nicht, was es war, aber es klang, als wäre ein Fenster offen gelassen worden und durch den Wind wird eine Tür oder ähnliches ständig zugeschlagen. Die letzten Nächte waren zum Glück ruhig. Außerdem haben sie endlich meine kaputte Herdplatte mitgenommen und ich bekomme eine neue. Den ganzen Januar habe ich nur mit der Mikrowelle „gekocht“. Außerdem bin ich vor etwa drei Wochen spät abends aufgeweckt worden, weil jemand lautstark an meine Tür geklopft hat. Das war ein Pärchen aus der Wohnung unter mir, die dort in einem Zimmer leben und anscheinend einen Wasserschaden hatten. Deswegen wollten sie bei mir in der Wohnung gucken, wo das Wasser herkommt, allerdings war das eins der Zimmer, die abgeschlossen sind und ich habe keinen Schlüssel. Ich bin dann trotzdem mitgekommen, um mir den Schaden in ihrer Wohnung anzusehen und fast die ganze Wand war nass und Teile der Decke auch. Es stellte sich am nächsten Tag heraus, dass das Problem aus der Wohnung über mir kam und es in meiner Wohnung in dem Zimmer auch einen Wasserschaden gab. Also hatte ich zusätzlich zu den Handwerkern aus der Wohnung über mir dann auch noch welche in meiner Wohnung. Davon habe ich aber glücklicherweise nicht viel mitbekommen, da ich ja eh immer in der Uni war. Zu allem Überfluss haben sie dann dieses Wochenende auch noch angefangen, eine Wohnung im Haus gegenüber zu renovieren und da hier nicht wirklich Schallisoliert wurde, kann ich davon auch alles hören. Es scheint also mein Schicksal zu sein, hier mit Baulärm zu leben. Nachdem ich allerdings in Israel zweieinhalb Monate mit Bettwanzen gelebt habe, weil mir niemand geglaubt hat (wer mag, kann die ganze Geschichte gerne hier auf meinem Blog nachlesen), halte ich wohl so einiges aus. Ich habe noch einiges vor in den nächsten Wochen und mal sehen, was spontan noch so alles passiert.

Feiertage - Teil 2

06Jan2021

Am Dienstag war ich dann nervlich so richtig am Ende. Ich hatte eine weitere Abgabe als Teil einer Gruppenarbeit am Abend, aber das lief alles gut und das war nicht das Problem. Dieses Mal war ich schon vor dem Krach wach, aber es ging natürlich trotzdem wieder los. An diesem Tag war es wieder besonders laut und klang den kompletten Tag wie Fräsen. Langsam frage ich mich, wie viel größer die Wohnung über mir sein muss, weil gefühlt seit Wochen immer an der gleichen Stelle gearbeitet wird und langsam denke ich, da kann überhaupt keine Wand mehr stehen und kein Boden mehr sein. Vielleicht bricht demnächst einer der Handwerker durch und landet bei mir im Zimmer. Es würde mich echt nicht mehr wundern. Leider hatte ich an diesem Tag Rückenschmerzen vom Schlafen und konnte nicht sehr gut sitzen, deswegen ging ich nicht in die Uni. Ich hoffte, der Krach würde im Laufe des Tages aufhören. Leider falsch gedacht. Dienstag habe ich leider besonders viele Vorlesungen an einem Tag und es war so laut, dass ich mit Kopfhörern in den Ohren bei voller Lautstärke immer noch Probleme hatte, die Professoren zu verstehen. Ich habe mir dann mal einen Dezibel Messer runtergeladen und laut der App war der Krach den ganzen Tag ziemlich konstant bei 90 Dezibel. Ich will gar nicht wissen, wie viel Stresshormon ich an dem Tag so ausgeschüttet habe. Hinzu kam dann noch, dass ich am Mittwoch eine Präsentation hatte. Es ging darum, ein Unternehmen zu präsentieren, dass am besten ein Start-Up ist oder was mit Technologie zu tun und wo wir den Besitzer oder einen Mitarbeiter kennen. Ich weiß nicht, wie es bei der Allgemeinheit so aussieht, aber ich kenne jetzt nicht so wahnsinnig viele Leute. Außerdem sollten wir ein Problem finden und eine technologische ( am besten noch innovative) Lösung für das Problem finden. Wenn ich so wahnsinnig viele innovative Ideen hätte, hätte ich sicherlich schon mein eigenes Unternehmen und würde nicht hier sitzen und meinen Master machen. Es war eine Gruppenpräsentation und man musste sich die Gruppe selbst aussuchen, aber ich kannte niemanden in der Vorlesung und habe mich mit drei Chinesen zusammen getan. Die kannten auch niemanden mit eigenem Unternehmen und so war ich die einzige, die überhaupt jemanden kannte. Da wir die Informationen auf Deutsch erhalten haben, war mein Part, das Unternehmen und Geschäftsmodell vorzustellen. Das war auch alles, was wir bis Dienstagabend hatten. Ich war wahnsinnig genervt und hatte schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die Präsentation bald ansteht und noch mehr als die Hälfte fehlt, aber das hat die drei nicht so richtig interessiert. Ich habe mich dann daran gemacht, die Präsentation alleine fertig zu stellen, um im schlimmsten Fall dem Professor kurz vorher zu sagen, dass ich die Präsentation alleine halte. Am Mittwoch bin ich früh in die Uni, weil mich schon alleine der Gedanke vom Baulärm gestresst hat. Dort habe ich dann weiter an der Präsentation gearbeitet. Am Dienstag gab es im Tutorium schon zwei Präsentationen (wir sind in vier Tutorien aufgeteilt, weil wir so viele sind und meins ist immer Mittwoch), die ich mir dann angesehen habe, um zu sehen, wie die anderen das so gemacht haben und was der Professor lobt bzw. kritisiert.  Gegen elf Uhr fragten meine Kommilitonen dann wer von uns den Präsentieren soll und als ich sagte, dass wir alle müssen kam dann natürlich die Antwort, dass wir die Präsentation dann aufteilen müssten. Ich habe dann geantwortet, dass ich meinen Teil vorstelle, schließlich hatte ich ja daran gearbeitet und dass ja sowieso noch die Hälfte fehlt. Als dann als Antwort von einem kam, dass er das nicht verstehen würde und was denn noch fehlen würde, ist mir fast das Handy aus der Hand gefallen. Ich hatte in der Woche davor ein Bild hochgeladen, wo der Professor genau aufgeschrieben hatte, was er in der Präsentation erwartet und ich hatte sogar markiert was noch fehlt. Ich habe mich echt gefühlt, als hätte ich nur mit mir selbst geredet. Die drei sind dann immerhin auf die Idee gekommen, sich alles aufzuteilen und um 14.30Uhr hatten wir tatsächlich eine fertige Präsentation. Vorstellen mussten wir um 16.30Uhr. Sowas habe ich echt noch nie erlebt. Sicherlich bin ich nicht immer die motivierteste Studentin und ich mache auch öfter mal was auf den letzten Drücker aber SO spät das habe ich echt noch nie erlebt. Ich habe mich darüber auch mit Minh Tú und Robin unterhalten. Die beiden sagten, und da haben sie absolut Recht, dass die meisten der Studenten hier keinen hohen Eigenantrieb haben, etwas zu lernen. Man sieht oder hört ja immer, dass gerade die Chinesen so wahnsinnig viel lernen und für die Schule bzw. Uni machen, aber vielleicht machen sie das auch nur, weil sie müssen und nicht weil sie möchten. Mir persönlich ist dieser Abschluss aber wichtig und dementsprechend stecke ich wohl mehr Energie rein. Hinzu kommt auch noch, dass meine Uni eigentlich eine private Uni ist. Wer weiß wie gut man sich da rein- oder rauskaufen kann. Da möchte ich allerdings nichts unterstellen und es ist natürlich auch nicht jeder Student hier so. Als ich also mit meiner persönlichen Notfallpräsentation fertig war und auf die drei gewartet habe, habe ich mich mit einem Mitarbeiter der Uni unterhalten. Er hilft bei der Vermittlung der Unterkünfte und sagte mir, dass er an meinem Haus am Dienstag war und gehört hat, wie laut es ist und dass er nochmal mit den Vermietern redet. Die schrieben mir dann, dass ich für zwei Wochen in ein Zimmer in einer Wohnung im zweiten Stock ziehen kann. Das Zimmer ist allerdings größer und mit eigenem Badezimmer und deshalb auch teurer. Trotzdem muss ich allerdings für meine Wohnung Wasser und Strom bezahlen und auch anteilig für die zwei Wochen in denen ich unten bin. Hier wird allerdings nach Verbrauch bezahlt, also hoffe ich, dass die zusätzlichen Kosten nicht so hoch sind. Trotzdem bin ich nicht sehr glücklich mit der Lösung, da ich mich in meinem Zimmer schon wohl fühle und ich jetzt theoretisch all meine Sachen einmal nach unten tragen müsste. Da die Bauarbeiten aber um 17 Uhr aufhören, kann ich nachts auch in meinem Bett schlafen. Es ist also irgendwie nicht so richtig besser als vorher, denn ob ich in die Uni oder in die Wohnung nach unten gehe macht auch nicht so richtig einen Unterschied, außer dass ich mich nicht anziehen muss. Ich hoffe einfach, dass es bald aufhört, denn wie gesagt, so laut wie es da oben immer ist müssten alle Böden und Wände schon nicht mehr vorhanden sein. Heute sind sie übrigens auch wieder am Hämmern. Das ist zwar nicht so laut, aber es ist SONNTAG! Soweit ich weiß darf man auch hier sonntags nicht renovieren.

Nun zurück zur Präsentation. Die lief dann tatsächlich ziemlich gut und der Professor fand es auch ganz gut und meinte sogar, dass wir bis jetzt die beste Präsentation hatten (waren erst die vierten von etwa zwanzig). Also sind wir wahrscheinlich nicht durchgefallen und das reicht mir schon Mal. Am Donnerstag war ich auch wieder in der Uni, um dem Lärm zu entkommen und später war ich noch beim Nationalstadion im Einkaufszentrum, weil ich nach einem Zirkel gesucht habe, habe aber leider keins gefunden. Da Minh Tú mit ihren Mitbewohnern und deren Freunden Silvester gefeiert hat und es nicht mehr als acht Leute sein dürfen, haben Robin und ich uns wieder zusammengetan. Wir waren beim Clarke Quay, dem Barviertel der Stadt. Dort gibt es eine Vielzahl von Bars, Restaurants und Nachtclubs. Robin hatte in einem Hotpot Restaurant reserviert. Hotpot ist quasi so wie Fondue. Man kann sich bis zu drei verschiedene Brühen aussuchen, wobei nur zwei vegetarisch waren. Wir entschieden uns für eine Pilzbrühe und Robin nahm irgendeine scharfe Brühe. Dann sucht man sich noch wie beim Fondue die Zutaten aus, die man haben möchte. Neben Dingen wie Tofu und Pilzen, die ich schon kannte, hatten wir auch Bambus. Keine Bambussprossen sondern richtigen Bambus. Den hatte ich noch nie gegessen, aber er war gekocht sehr lecker. Wir sind danach noch durch Clarke Quay geschlendert und es war wirklich voll. Abstand gehalten hat da auf jeden Fall niemand und wären die Masken nicht gewesen, hätte man nicht gemerkt, dass Corona noch da ist. Dann sind wir Richtung Marina Bay Sands Hotel gegangen und haben auf dem Weg in einer Bar angehalten. Alkohol ist hier relativ teuer. Ich hatte einen Cidre, weil die Auswahl nicht so groß war und der hat umgerechnet knapp 9€ gekostet. Dann haben wir uns noch die Lobby des Fullerton Hotels angesehen. Das ist auch ein sehr bekanntes und renommiertes und dementsprechend auf teures Hotel, aber in die Lobby darf jeder. Vorher war dort unter anderem das Postamt beheimatet. Danach ging es zu Robin, da es auf dem Gebäude, in dem er wohnt eine Dachterrasse gibt, von wo aus wir uns das Feuerwerk ansehen wollten. Normalerweise gibt es immer ein großes Feuerwerk am Marina Bay Sands Hotel aber dieses Jahr gab es elf kleinere Feuerwerke in einzelnen Stadtteilen. Wir wollten eigentlich noch etwas zum Anstoßen kaufen, nur leider hatten wir vergessen, dass Alkohol im Moment nur bis 22.30Uhr verkauft wird, also gab es Eistee zum Anstoßen. Auf der Dachterrasse waren auch noch andere Bewohner nur leider war dann letztendlich das Feuerwerk genau an der Stelle, wo noch ein Aufbau auf der Terrasse war, sodass wir alle kam was sehen könnten. Also gab es doch kein Feuerwerk. Letztendlich war es aber ein netter Abend. Ursprünglich hatte ich mal geplant, einfach nur einen Film im Bett zu schauen. Damit wäre ich auch glücklich gewesen.

Die letzten zwei Tage hat es dann wie gesagt in Strömen geregnet und ich habe mich nicht raus getraut. Gestern war ich tagsüber unten in der Wohnung weil hier wieder Lärm gemacht wurde und heute ja komischerweise auch, aber es ist zum Glück nicht so laut und ich versuche einfach, den Lärm so gut es geht zu ignorieren. Am Freitag ist dann auch noch die Sicherung rausgeflogen in der Küche als ich die Mikrowelle benutzt habe und ich dachte schon, jetzt ist die Mikrowelle auch noch kaputt, was mich bei meiner Pechsträhne was die Wohnung betrifft nicht gewundert hätte. Ich habe die Sicherung selbst wieder reinbekommen und es ist scheinbar die Steckdose, die nicht mehr geht und nicht die Mikrowelle. Dafür geht die eine Herdplatte, die ich habe jetzt nicht mehr an aus unerfindlichen Gründen. Jetzt kann ich nur noch Sachen mit der Mikrowelle „kochen“. Das Wasser ist zum Glück aber nicht mehr braun und seitdem das passiert ist, ist glücklicherweise der höhere Wasserdruck wieder da. Mal sehe, was als nächstes passiert. Wie gesagt, mich würde es nicht wundern, wenn hier demnächst einer der Handwerker durch die Decke fällt.

Jetzt ist es schon Mittwoch und es scheint so, als wären die Handwerker tatsächlich bald fertig. Die letzten zwei Tage war ich in der Uni aber jetzt ist es schon fast 10Uhr und es ist noch ruhig. Außerdem habe ich jetzt endlich heißes Wasser in der Dusche. Das ist auch ganz wunderbar.

Feiertage - Teil 1

03Jan2021

Es ist wohl an der Zeit, mich mal wieder zu melden. Da es viel zu erzählen gibt, werde ich wohl zwei Einträge machen. Zunächst möchte ich aber allen noch einen guten Start in das neue Jahr wünschen. Ich denke, wir hoffen alle, dass es besser wird. Wobei es für den ein oder anderen sicherlich nicht schlecht lief. Ich bin ganz gut ins neue Jahr gekommen. Die letzten zwei Tage hat es allerdings hier so stark und ohne Unterbrechung geregnet, da habe ich schon überlegt, ob jetzt doch der Zeitpunkt des Weltuntergangs gekommen ist. Ich habe die Wohnung dementsprechend in diesem Jahr noch nicht verlassen, aber ich habe Fotos gesehen von überschwemmten Straßen wo das Wasser mindestens kniehoch, teilweise noch höher stand. Ich hatte aufgrund des Regens am Freitag auf einmal kaum noch Wasser, das aus dem Hahn kam und später war es dann dunkelbraun. Jetzt ist zum Glück alles wieder normal und heute hat es auch nur noch leicht geregnet.

Nun einige Tage zurück zu Weihnachten. Ich war morgens ganz normal in der Uni und habe dort an meinen Abgaben gearbeitet, schließlich wird bei mir Zuhause immer noch die Wohnung über mir auseinander genommen. Nachmittags habe ich mir dann wie geplant Donuts und einen Bubble Tea gekauft. Für alle, die Bubble Tea nicht kennen: Es ist ein Getränk aus Korea, das sich auch in Deutschland vor einigen Jahren großer Beliebtheit erfreute, allerdings in die Kritik geriet, da das Getränk sehr zuckerhaltig sein kann und bei den Perlen, den sogenannten Bubbles Verschluckungsgefahr besteht. Man sucht sich einen Tea aus, klassisch ist schwarzer Tee mit Milch aber es gibt auch Früchte- und grünen Tee. Außerdem kann man den Zuckerlevel aussuchen. Ich nehme meistens ohne Zucker und ziemlich sicher ist trotzdem noch ein bisschen Zucker drin. Dann sucht man sich die Perlen aus. Klassisch sind Tapiokaperlen, die aus dem Mehl der Tapiokawurzel hergestellt werden und die Konsistenz von Gummibärchen haben. Es gibt aber auch Perlen mit Fruchtsaft, die im Mund platzen beim Draufbeißen und und Jelly, das etwa die Konsistenz von Götterspeise hat. Ich mag gerne den klassischen Milchtee mit Tapiokaperlen.

Abends habe ich dann mit dem Schweizer Austauschstudenten Robin den Nachtzoo besucht. Ich gehe eigentlich gerne in Zoos, finde es aber auch immer ein bisschen schwierig und bedenklich. Der Nachtzoo war aber wirklich toll und beeindruckend. Es gibt viele vom Aussterben bedrohte Tiere, die meisten aus Asien und alle sind nachtaktiv und leben daher in der bestmöglichen Umgebung. Die Tiere werden zwar beleuchtet, aber nicht zu hell und der ganze Zoo ist so angelegt, dass man das Gefühl hat, den Tieren sehr nah zu sein, da man die Grenzen der Gehege kaum wahrnimmt. Ich kann ihn nur jedem, der mal nach Singapur kommt, empfehlen und jeder, der mich besucht wird sowieso von mir dorthin geschleppt. Wieder Zuhause habe ich dann meine Donuts gegessen und einen Film geschaut, denn ich wollte noch mit meiner Familie telefonieren und musste auf das Abendessen warten. Vorher habe ich dann noch mit Papa telefoniert und später mit Mama, Lena und meiner Großtante. Für mich war es ein schönes Weihnachten, denn wer mich kennt weiß, dass ich nicht so viel Wert darauf lege, von daher hatte ich einen wunderbaren Tag.

Am Freitag, dem eigentlichen Weihnachten habe ich dann einfach nur die Stille in meiner Wohnung ohne den Baulärm genossen und weiter an meinen Abgaben gearbeitet. Samstag ging der Krach dann pünktlich um 8.30Uhr wieder los und war dieses Mal besonders laut. Es klang die ganze Zeit wie ein Fräsen und ich habe meine Vermieter gefragt, wie lange es wohl noch dauert, bis das Ganze vorbei ist und man sagte mir 3-4 Tage und ich sollte doch versuchen tagsüber einfach nicht Zuhause zu sein. Samstags hat die Uni aber leider zu und ich bezahle ja auch Miete für dieses Zimmer und das bestimmt nicht nur, um dort zu schlafen. Ich habe dann versucht, ein Café zu finden, in dem ich lernen konnte, das war nur leider nicht ganz so einfach, denn es war relativ voll und in einigen Cafés ist es auch nicht erwünscht. Also bin ich nach einigen Stunden erfolglos wieder nach Hause gegangen und habe somit gefühlt fast einen ganzen Tag verschwendet, an dem ich an meinen Abgaben hätte weiterarbeiten können.

Auch wenn ich sehr froh bin hier zu sein, gibt es natürlich auch bei mir Höhen und Tiefen und so ein Tief war definitiv die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr. Dieser ständige Baustellenkrach macht mir langsam zu schaffen und ständig wurde mir erzählt, dass es nur noch ein paar Tage dauert. Außerdem habe ich, seit ich hier eingezogen bin nur kaltes Wasser. Meistens finde ich das nicht so schlimm, weil es eh warm ist, aber manchmal ist es doch eine echte Überwindung, duschen zu gehen. Um Weihnachten rum hat dann auch noch der Wasserdruck nachgelassen und jeder der lange oder dicke Haare hat, weiß wie unglaublich nervig und anstrengend es ist, die Haare nass und sauber zu bekommen. Hinzu kamen dann auch noch die Abgaben in der Uni. Am Montag hatte ich um 12Uhr mittags eine Abgabe, da musste ich einen Artikel lesen und darauf bezogen zehn Seiten schreiben. Das war an sich ganz okay und ich hatte alles fertig und habe am Montagmorgen in der Uni nur noch in Ruhe meine Quellen geordnet, den die muss man immer schön angeben, weil man ja nicht plagiieren möchte. Um kurz nach elf habe ich dann nochmal die Aufgabenstellung in der Vorlesungsbeschreibung durchgelesen, um sicher zu gehen, dass alles passt, als mir aufgefallen ist, das auf der nächsten Seite vier ganz andere Fragen stehen, als die drei, die ich beantwortet habe. Natürlich habe ich Panik bekommen und versucht, die Fragen noch mehr oder weniger zu beantworten. Was ich geschrieben habe, war auch nicht falsch, aber die anderen Fragen waren noch ein bisschen differenzierter. Ich habe leider nicht alles geschafft, hatte aber am Ende 13 Seiten und wusste nicht, was ich noch löschen sollte, weil Abgabe war. Zu allem Überfluss habe ich das Dokument dann auch noch 5 Minuten zu spät eingereicht, weil ich in der Aufregung nicht auf richtig auf abschicken geklickt habe (Wir müssen alle unsere Abgaben online auf einer Plattform hochladen). Da lagen die Nerven natürlich erstmal blank. Ich habe dann dem Professor eine E-Mail geschickt und ihm die Umstände erklärt und direkt gefragt, welche Möglichkeiten ich habe, falls ich durchgefallen bin. Nachmittags habe ich dann zum Glück eine Antwort bekommen und der Professor sagte mir, dass er über die Verspätung hinweg sieht. Das hat mich natürlich sehr erleichtert und nun hoffe ich, dass der Rest zumindest zum Bestehen gereicht hat.

Nachmittags hatte ich außerdem einen Ausflug mit meinem Marketing Management Kurs. Wir haben uns die Weihnachtsdekorationen und -werbung auf der Orchard Road angesehen. Das war sehr nett, denn so habe ich endlich ein paar meiner Kommilitonen in echt sehen können und auch meine Professorin kennengelernt. Ich habe mich während des Ausflugs mit einer Kommilitonin aus Indien unterhalten, mit der ich auch schon öfter geschrieben habe. Sie ist leider im letzten Semester und daher bald fertig aber sie sagte, eine verspätete Abgabe sei nicht schlimm. Meistens wäre es noch okay wenn man es innerhalb von 24 Stunden einreicht aber das hänge vom Professor ab. Das habe ich ja überhaupt nicht verstanden. Wenn die Abgabe um 12 Uhr ist dann muss es auch pünktlich da sein. Man hatte ja schließlich genug Zeit vorher und es ist unfair gegenüber den Kommilitonen, die pünktlich abgeben. Über den Rest der Woche werde ich denke ich dann im zweiten Teil berichten, um hier nicht den Rahmen zu sprengen.